Was ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine der wichtigsten Absicherungen für Arbeitnehmer. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben können. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht für die meisten Berufstätigen nicht aus – eine private BU ist daher oft unerlässlich.
Wie hoch sollte die BU-Rente sein?
Als Faustregel gilt: Die BU-Rente sollte 70–80 % des aktuellen Nettoeinkommens betragen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:
- Mindestens 1.000 € monatlich (besser 1.500 €+) für laufende Lebenshaltungskosten
- Bei Selbständigen: auch Betriebskosten und Altersvorsorge einkalkulieren
- Versicherer begrenzen die BU-Rente meist auf 80 % des Nettoeinkommens
- Dynamikklausel vereinbaren: Rente steigt jährlich an (Inflationsschutz)
Was kostet eine BU-Versicherung?
Der Beitrag hängt stark von Ihrer Berufsgruppe, Ihrem Alter und Ihrem Gesundheitszustand ab. Körperliche Berufe wie Handwerker zahlen deutlich mehr als Bürotätige. Raucher zahlen 40–60 % Aufschlag. Je früher Sie abschließen, desto günstiger der Beitrag – und desto geringer das Risiko, wegen Vorerkrankungen abgelehnt zu werden.
Worauf bei der BU-Versicherung achten?
- Keine abstrakte Verweisung: Versicherer darf Sie nicht auf theoretisch mögliche andere Berufe verweisen
- Nachversicherungsgarantie: BU-Rente bei Lebensereignissen erhöhen ohne erneute Gesundheitsprüfung
- Rückwirkende Leistung: Auszahlung ab Beginn der Berufsunfähigkeit, nicht erst ab Antragstellung
- 6-Monats-Klausel: BU muss voraussichtlich mind. 6 Monate dauern
- Weltweitgeltung: Schutz auch im Ausland
Häufig gestellte Fragen
Empfohlen werden 70–80 % des Nettoeinkommens, mindestens 1.000 € monatlich. Bei 2.500 € netto sind das ca. 1.750–2.000 € BU-Rente.
Bürotätige: ca. 20–30 € pro 1.000 € BU-Rente. Handwerker: 35–55 €. Alter und Gesundheitszustand spielen eine große Rolle.
So früh wie möglich – in den 20ern ist der Beitrag am günstigsten und das Risiko von Vorerkrankungen am geringsten.
Der Versicherer kann Leistungen verweigern, wenn Sie theoretisch einen anderen Beruf ausüben könnten. Nur Verträge ohne abstrakte Verweisung abschließen.
Grundfähigkeitsversicherung, Dread-Disease-Versicherung oder Erwerbsminderungsversicherung – günstiger, aber mit eingeschränktem Leistungsumfang.