So funktioniert der Zinstagerechner
Der Zinstagerechner berechnet die Anzahl der Zinstage zwischen zwei Datumsangaben nach allen vier gängigen Konventionen. Zusätzlich berechnet er die anfallenden Zinsen für ein eingegebenes Kapital und einen Zinssatz. Die Vergleichstabelle am Ende zeigt alle vier Methoden gleichzeitig.
Die Wahl der Zinstagemethode beeinflusst direkt die Zinshöhe. Bei hohen Kapitalbeträgen oder langen Laufzeiten kann der Unterschied zwischen den Methoden mehrere Hundert Euro betragen.
Die vier Zinstagemethoden
- 30/360 (Bankjahr): Jeder Monat = 30 Tage, Jahr = 360 Tage. Einfache Berechnung, bei deutschen Anleihen und Darlehen weit verbreitet.
- ACT/365 (Englisch): Tatsächliche Tage ÷ 365. Standard für britische Staatsanleihen und GBP-Geldmarkt.
- ACT/360 (Geldmarkt): Tatsächliche Tage ÷ 360. Standard für EURIBOR, USD LIBOR, Geldmarktinstrumente. Ergibt etwas höhere Zinsen als ACT/365.
- ACT/ACT (ISDA): Tatsächliche Tage ÷ tatsächliche Tage im Jahr (365 oder 366 bei Schaltjahr). Präziseste Methode, für deutsche Bundesanleihen (ICMA-Variante).
Die Formel zur Zinsberechnung
- Zinsen: Kapital × Zinssatz (%) ÷ 100 × (Zinstage ÷ Jahresbasis)
- Beispiel 30/360: 10.000 € × 5% × (180 ÷ 360) = 250 €
- Beispiel ACT/360: 10.000 € × 5% × (181 ÷ 360) = 251,39 €
Häufig gestellte Fragen
Jeder Monat zählt 30 Tage, jedes Jahr 360 Tage. Einfache Berechnung: 6 Monate = immer 180 Zinstage. Wird in Deutschland bei vielen Bankprodukten und Anleihen eingesetzt.
Wegen unterschiedlicher Jahresbasis (360 vs. 365 vs. 366) und Zählung der Tage. ACT/360 ergibt die höchsten Zinsen (kleinster Nenner). 30/360 vereinheitlicht Monate. Die Unterschiede sind bei langen Laufzeiten und hohen Beträgen signifikant.
Verbraucher-/Hypothekendarlehen: meist ACT/365 oder 30/360. EURIBOR-Kredite: ACT/360. Bundesanleihen: ACT/ACT (ICMA). In Kreditverträgen steht die verwendete Methode immer im Kleingedruckten.
Kapital × Zinssatz ÷ 100 × Tage ÷ Jahresbasis. Beispiel 30/360: 10.000 € × 5% ÷ 100 × 180 ÷ 360 = 250 €. Der Rechner macht das automatisch für alle vier Methoden gleichzeitig.
Stückzinsen sind aufgelaufene Zinsen einer Anleihe seit dem letzten Zinstermin. Beim Kauf einer Anleihe zwischen zwei Zinsterminen zahlt der Käufer dem Verkäufer die Stückzinsen. Berechnung: Nennwert × Kupon × (Zinstage ÷ Jahresbasis).
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