Private Rentenversicherung: Vor- und Nachteile
Die private Rentenversicherung (PRV) bietet ein einzigartiges Merkmal: Sie zahlt lebenslang – egal wie alt Sie werden. Das schützt vor dem Risiko, das Kapital zu überleben (Langlebigkeitsrisiko). In Zeiten niedriger Zinsen ist die Rendite jedoch oft ernüchternd.
Garantierte vs. prognostizierte Leistungen
Jeder PRV-Vertrag enthält zwei Zahlen:
- Garantierte Rente: Mindestleistung, vertraglich zugesichert, basiert auf Garantiezins
- Prognostizierte Rente: Wenn die aktuelle Überschussbeteiligung konstant bleibt – nicht garantiert
Der Unterschied kann erheblich sein. Planen Sie konservativ und rechnen eher mit der garantierten Leistung.
Der Rentenfaktor und sein Verfall
Der Rentenfaktor ist der Schlüssel für die Rentenhöhe. 2025 beträgt ein typischer Rentenfaktor 20–30 €/10.000 €. In den 1990ern waren 45–50 € üblich. Ein niedriger Rentenfaktor macht die PRV weniger attraktiv. Wichtig: Sichern Sie sich bei Vertragsabschluss einen garantierten Rentenfaktor.
Ertragsanteilbesteuerung
Im Vergleich zur gesetzlichen Rente (2026: 83,5 % steuerpflichtig, steigend) ist die Ertragsanteilbesteuerung (PRV, Rentenbeginn mit 67: 17 %) steuerlich deutlich günstiger. Bei niedrigem Renteneinkommen kann die PRV nahezu steuerfrei sein.
Häufige Fragen zur privaten Rentenversicherung
Klassische PRV: konservative Anlage in Anleihen, garantierte Leistung, geringes Renditepotenzial. Fondsgebundene PRV: Investition in Fonds, höheres Renditepotenzial, aber meist keine Garantie und höhere Kosten.
Ja, aber mit erheblichem Verlust in frühen Jahren. Der Rückkaufswert liegt oft weit unter den Einzahlungen. Alternativ: Beitragsfrei stellen oder prüfen, ob ein Verkauf auf dem Zweitmarkt möglich ist.
Bei langer Ansparphase (30+ Jahre) kann die PRV attraktiver werden – durch Zinseszins und steuerliche Absetzbarkeit (in bestimmten Konstellationen). Für die meisten jungen Anleger ist ein ETF-Sparplan mit niedrigen Kosten deutlich effizienter.
Normalerweise erhalten Hinterbliebene den Rückkaufswert. Mit Todesfallschutz-Zusatz wird mindestens die Beitragssumme ausgezahlt. Im Rentenfall sollten Sie eine Garantiezeit (z.B. 10 Jahre) oder Rentengarantie für Hinterbliebene vereinbaren.
Die Basisrente (Rürup) ist staatlich gefördert (Steuerersparnis in der Einzahlungsphase) und für Selbstständige ohne gesetzliche Rente konzipiert. Die PRV ist flexibler und hat günstigere Besteuerung in der Auszahlungsphase.
Verwandte Rechner
- Lebensversicherung Rendite-Rechner
- ETF-Sparplanrechner – Selbstverwalter-Alternative
- Rentenrechner – Gesetzliche Rente
- Rürup-Rechner – Basisrente für Selbstständige